Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühle in den Füßen werden häufig unterschätzt. Doch was passiert, wenn die Füße plötzlich weniger spüren?
Wenn die Wahrnehmung der Füße verändert ist, betrifft das nicht nur das Gefühl. Auch Gleichgewicht, Gangbild und Sicherheit im Alltag können dadurch beeinflusst werden.
Vielleicht kennen Sie es: Die Füße kribbeln, fühlen sich heiß oder brennend an oder wirken plötzlich „wie eingeschlafen“. Manchmal wird die Haut empfindlicher als früher. Andere Betroffene beschreiben dagegen ein taubes Gefühl und bemerken schlechter, auf welchem Untergrund sie stehen.
Eine mögliche Ursache kann eine Polyneuropathie sein.
Was ist eine Polyneuropathie?
Bei einer Polyneuropathie sind mehrere periphere Nerven betroffen. Diese Nerven leiten Informationen zwischen Gehirn und Rückenmark und dem restlichen Körper weiter. Häufig beginnen die Beschwerden an den Füßen und können sich im weiteren Verlauf nach oben ausbreiten.
Welche Beschwerden können auftreten?
Typische Beschwerden sind:
- Kribbeln oder „Ameisenlaufen“
- Brennen oder stechende Schmerzen
- Taubheitsgefühle
- veränderte Temperaturempfindung
- erhöhte Berührungsempfindlichkeit
- das Gefühl, auf „Watte“ zu stehen
- Unsicherheit beim Gehen

Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Polyneuropathien können unter anderem im Zusammenhang mit Diabetes, bestimmten Stoffwechselerkrankungen, Alkoholmissbrauch, Vitaminmangel, Medikamenten oder anderen Erkrankungen auftreten.
Deshalb ist es wichtig, neue oder zunehmende Beschwerden ärztlich abklären zu lassen.
Was passiert, wenn die Füße weniger Informationen liefern?
Unsere Füße sind nicht nur zum Gehen da. Sie liefern dem Gehirn ständig Informationen darüber, wo und wie wir stehen.
Über Rezeptoren in Haut, Muskeln und Gelenken erhält das Nervensystem beispielsweise Informationen über Druck, Position und Bewegung. Diese Informationen helfen dabei, den Körper im Gleichgewicht zu halten.
Doch was passiert, wenn diese Signale nicht mehr zuverlässig ankommen?
Sind Nerven geschädigt, können Informationen verändert oder abgeschwächt an das Nervensystem weitergeleitet werden.
Das kann im Alltag einen überraschenden Unterschied machen.
Warum kann das Gehen plötzlich unsicherer werden?
Stellen Sie sich vor, Sie gehen über einen unebenen Weg. Normalerweise registrieren Ihre Füße Veränderungen des Untergrunds und Ihr Körper reagiert automatisch darauf.
Was aber, wenn die Füße diese Veränderungen schlechter wahrnehmen?
Bei einer reduzierten Fußwahrnehmung können Informationen über Unebenheiten oder die Belastung des Fußes schlechter verarbeitet werden. Die Anpassung des Körpers kann dadurch schwieriger werden.
Das Gangbild kann sich verändern. Betroffene gehen beispielsweise vorsichtiger, setzen die Füße anders auf oder schauen häufiger nach unten.
Und genau das kann die Sicherheit beim Gehen beeinflussen.
Warum kann es besonders nachts schwieriger werden?
Eine eingeschränkte Fußwahrnehmung kann sich auch bemerkbar machen, wenn die Sicht schlechter ist.
Wer nachts aufsteht und sich in einer dunklen Umgebung bewegt, hat weniger Möglichkeiten, die eigene Körperposition über das Sehen zu kontrollieren.
Wenn gleichzeitig wichtige Informationen aus den Füßen fehlen oder abgeschwächt sind, kann das Gleichgewicht zusätzlich gefordert sein.
Gerade deshalb können Gleichgewicht und Fußwahrnehmung bei einer Polyneuropathie wichtige Themen sein.
Welche Rolle spielt Physiotherapie bei Polyneuropathie?
Physiotherapie kann die zugrunde liegende Nervenschädigung nicht einfach rückgängig machen. Sie kann jedoch dabei helfen, vorhandene Fähigkeiten gezielt zu nutzen und die Sicherheit im Alltag zu verbessern.
Je nach persönlicher Situation können verschiedene Bereiche trainiert werden:
Körper- und Fußwahrnehmung
Gezielte Übungen können dabei helfen, die Aufmerksamkeit auf die Füße und deren Belastung zu lenken.
Gleichgewicht
Das Gleichgewicht kann unter sicheren Bedingungen trainiert und schrittweise gefordert werden.
Gang und Koordination
Bewegungsabläufe können analysiert und bei Bedarf angepasst werden.
Kraft und Beweglichkeit
Eine gute muskuläre Grundlage unterstützt stabile und sichere Bewegungen.
Alltagssicherheit
Gemeinsam kann betrachtet werden, welche Situationen im Alltag besonders unsicher sind und wie sich diese sicherer gestalten lassen.
Dabei geht es nicht darum, möglichst schwierige Übungen zu machen. Entscheidend ist, was für die jeweilige Person sinnvoll und sicher ist.
Wie können wir vom APT Fürstenfeld Sie unterstützen?
Sie möchten Ihre Beschwerden abklären lassen und gezielt etwas für Ihre Beweglichkeit und Sicherheit tun? Im APT Fürstenfeld begleiten wir Sie individuell und stimmen die Physiotherapie auf Ihre persönliche Situation und Ihre Beschwerden ab.
Aktuell haben wir freie Termine und können zeitnah mit der Behandlung beginnen.
Für die Physiotherapie benötigen Sie eine ärztliche Verordnung. Sie möchten wissen, welche Schritte dafür notwendig sind, wie die Verordnung funktioniert oder welche Möglichkeiten der Kostenrückerstattung durch Ihre Krankenkasse bestehen?
Melden Sie sich gerne direkt bei uns. Wir informieren Sie über die Behandlung, die Verordnung und die weiteren Möglichkeiten.
Das APT Fürstenfeld ist ein Wahlambulatorium. Die Behandlungskosten können bei der jeweiligen Krankenkasse zur Rückerstattung eingereicht werden. Wenn Sie möchten, reichen wir die Rechnung gerne für Sie bei Ihrer Krankenkasse ein. Die Höhe der Rückerstattung richtet sich nach Ihrer jeweiligen Krankenkasse und den geltenden Voraussetzungen.
Sie haben Fragen oder möchten einen zeitnahen Termin vereinbaren? Wir sind gerne für Sie da.
Ist jedes Kribbeln automatisch eine Polyneuropathie?
Nein. Kribbeln oder Taubheitsgefühle können viele verschiedene Ursachen haben.
Deshalb sollte man nicht automatisch von einer Polyneuropathie ausgehen.
Besonders wenn Beschwerden neu auftreten, zunehmen, sich deutlich ausbreiten oder mit Schwäche beziehungsweise starken Gangunsicherheiten verbunden sind, sollten sie ärztlich abgeklärt werden.
Eine genaue Diagnose ist wichtig, damit anschließend die passende Behandlung gewählt werden kann.
Was bedeutet eine veränderte Fußwahrnehmung für den Alltag?
Eine Polyneuropathie kann verändern, wie sich der eigene Körper anfühlt.
Was früher völlig automatisch funktioniert hat – stehen, gehen, den Boden spüren – kann plötzlich mehr Aufmerksamkeit benötigen.
Doch bedeutet eine veränderte Wahrnehmung automatisch, dass Bewegung aufgegeben werden muss?
Nein.
Auch wenn die Nerven weniger Informationen liefern, können vorhandene Fähigkeiten gezielt genutzt und Bewegungen an die persönliche Situation angepasst werden.
Mit einer individuellen medizinischen und therapeutischen Betreuung können Sicherheit aufgebaut, Bewegungsabläufe trainiert und Strategien für den Alltag entwickelt werden.
Mehr Sicherheit beginnt mit Wahrnehmung
Wenn sich die Füße plötzlich anders anfühlen, lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühle sollten nicht einfach ignoriert werden.
Eine ärztliche Abklärung kann helfen, die Ursache der Beschwerden herauszufinden. Darauf aufbauend kann eine individuell abgestimmte Physiotherapie dabei unterstützen, Beweglichkeit, Gleichgewicht und Sicherheit im Alltag möglichst lange zu erhalten.
Wenn Ihre Füße plötzlich anders fühlen, sollten Sie dieses Signal ernst nehmen. Eine ärztliche Abklärung und individuell abgestimmte Physiotherapie können wichtige Schritte sein, um möglichst sicher und selbstständig in Bewegung zu bleiben.
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